Bieten Sie Nahrung und Unterschlupf

Im Garten sorgen schon kleinste Veränderungen für mehr Artenvielfalt. Mit unserem Ratgeber möchten wir das Gärtnern einen Leitfaden an die Hand geben, um die Biodiversität für eimischen Pflanzen, Insekten und Vögeln im Garten zu unterstützen. Ein naturnaher Garten zeichnet sich durch offene Blüten für Bienen und Insekten, dichte Hecken für Vögel und bodennahe Unterschlüpfe für Igel aus. Tiere benötigen Lebensräume als Nahrungsquelle und Rückzugsorte für die Aufzucht von Nachwuchs.

Ein naturnaher Garten fängt beim Saatgut und der richtigen Auswahl der Pflanzen an. Heimische Pflanzen sind an die eigene Region angepasst und bieten in ihrer großen Auswahl eine solide Vielfalt für einen naturnahen Garten. Den Insekten helfen bei ihrer Nahrungssuche ein Blühsaum oder Wildblumenwiese und Sandbeete für Wildbienen. Alternativ auch Insektenhotels, die es im Handel zu kaufen gibt.

Ideale Vorrausetzung schaffen

Für heimische Vogelarten bieten dichte Hecken genug Schutz für den Nestbau zur Aufzucht der Jungen. Gut geeignet sind dafür heimische Sträucher wie Kornelkirsche, Weißdorn oder Holunder bzw. eine Benjeshecke aus Baum- und Strauchschnitt. In einer Benjeshecke aus Totholz bietet auch eine Vielzahl an weiteren Tieren ein Versteck und Rückzugsort. Mit der Frühlingssonne fliegen erste junge Hummelköniginnen durch viele Gärten auf der Suche nach Totholzhaufen, verlassene Mäuselöchern oder Steinspalten.

Auch der Igel ist ein wichtiger Nützling im heimischen Garten. Ihr Lebensraum wird zunehmend knapper, im Herbst vor dem Winterschlaf und im Frühjahr nach dem Aufwachen sind sie auf zusätzliche Unterstützung angewiesen. Ein insektenreicher Garten gepaart mit anderen Wirbellosen wie Käfern, Regenwürmern, Asseln oder Schnecken bieten den Igeln eine runde Nahrungsquelle. Ab Oktober ziehen sich die Igel in den Winterschlaf zurück und beginnen ihre Aktivität ab März. Als Rückzugsort bieten sich natürliche Quartiere aus Laub- und Reisighaufen oder auch Hecken an.

Als letzter Baustein im naturnahen Garten steht der Kompost. Hier entsteht ein natürlicher, selbst hergestellter Dünger, der in Fachkreisen auch als „Schwarzes Gold“ bezeichnet wird. Grün- und Haushaltsabfall werden von Millionen von Mikroorganismen zersetzt und in wertvollen und äußerst nährstoffreichen Humus verwandelt. Bei der Kompostierung wird in vier Phasen unterschieden. In der Vorrotte werden zunächst die leicht abbaubaren Stoffe verarbeitet, bei der sich Mikroorganismen sehr schnell vermehren. Übergehend in die Heißrotte werden eventuell schädliche Keimlinge und Unkraut abgetötet. Die Hauptrotte bildet die Umbauphase, in der vor allem schwer zersetzbare Materialien wie Holz abgebaut werden. Der wertvolle Humus entsteht in der Nachrotte, Würmer oder Asseln besiedeln den Kompost.